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Feigenblatt oder Arbeitsanzug?

Bayerns Staatsregierung hat sich einen eigenen Ethikrat zugelegt. Ein Gremium von 18 Persönlichkeiten trifft sich dieser Tage zum ersten Mal, um den Freistaat ethisch zu beraten. Die Vorsitzende des Gremiums, Susanne Breit-Keßler, war nach ihrer Journalistenzeit lange Jahre evangelische Regionalbischöfin. Sie hat zum Start des Ethikrates angekündigt, dass ihr die Frage einer nachhaltigen Wirtschaft mit weltweiter Verantwortung besonders am Herzen liegt. Gut so. Ich bin gespannt, wie konkret das neue Gremium Rat erteilen wird. Was Frau Breit-Keßler umtreibt, die nachhaltig verantwortliche Wirtschaft, ist nämlich aktuell im Berliner Gesetzgebungsprozess sehr umstritten. Es geht dort um das Projekt "Lieferkettengesetz". So ein Gesetz würde alle Konzerne dazu verpflichten, Menschenrechte und ökologische Standards in der weltweiten Produktionskette zu garantieren. Bundesentwicklungsminister Müller setzt sich sehr dafür ein. Er hat es aber mit einer starken Anti-Lobby zu tun und könnte deshalb ethischen Beistand aus Bayern gut gebrauchen. Für mich ist das gleich zu Beginn eine Prüfungsaufgabe für die Ethikprofessoren: Wollen sie für die Staatsregierung nur ein ethisches Feigenblatt oder doch einen brauchbaren Arbeitsanzug liefern? Ich wünsche dem Ethikrat einen guten Start!


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