16.11.2017

Kreisräte gehen mit gutem Beispiel voran. Nicht nur reden - einfach machen.

Die Verringerung der verkehrsbedingten Klima- und Umweltbelastungen sowie die Senkung der Abhängigkeit von fossilen Treibstoffen sind zentrale Herausforderungen der aktuellen Politik. Da die „politischen Mühlen“ oftmals langsam mahlen, müssen manchmal die mündigen Bürger selbst das Heft bzw. das Ladekabel in die Hand nehmen und Fakten schaffen.

Das dachten sich auch die beiden Kreisräte Matthias Fritzsche und Andreas Becker (beide ÖDP) aus dem Landkreis Donau-Ries - wenn es bei der Politik wieder einmal zu langsam voran geht, muss man nicht nur weiter reden, sondern es einfach selbst machen und als Kreispolitiker auch mit gutem Beispiel vorangehen. Kompetente Unterstützung bei ihrer Entscheidung fanden sie durch die Beratung von Matthias Schwarz aus Deiningen, dem ersten staatlich anerkannten Berater für Elektromobilität in Schwaben, welcher selbst zwei Elektroautos fährt. "Das ist die Zukunft und wird in ein paar Jahren völlig normal sein", ist sich Matthias Fritzsche aus Steinhart sicher. Er und seine Frau Ilona haben sich einen, dank der Umweltprämie günstigen elektrischen Kleinwagen, einen Peugeot Ion gekauft, der leicht die täglichen Fahrten zur Arbeitsstelle bewältigt. "Vor einem Jahr hätte ich nicht gedacht, dass ich schon bald ein E-Mobilist sein würde. Als ich mich jedoch näher mit dem Thema befasste, überzeugten mich die vielen Vorteile", so der ÖDP Kreis- und Gemeinderat. "90% unserer Fahrten sind Kurzstrecken und mit unserem neuen Auto leicht, auch ohne Ladestopps, zu erreichen", begegnet er dem Argument der geringeren Reichweite der E-Fahrzeuge.

Auch die ganze Familie Becker ist von ihrem gebrauchten e-Smart, den ihnen Herr Schwarz günstig vermittelte, begeistert. Sowohl Ehefrau und Tochter lieben es, elektrisch zu fahren und sind besonders vom lautlosen Dahingleiten und dem dynamischen Fahrverhalten begeistert. Da mutiert das elektrische Zweitfahrzeug schnell zum Erstfahrzeug. "Endlich Fahrspaß ohne schlechtes Gewissen, denn es entstehen keine giftigen Abgase, kein CO2 und kein Lärm." Weiter führen sie aus: "Das Auto ist sogar richtig wirtschaftlich, denn es ist 10 Jahre steuerfrei, keine ASU, es braucht kaum Wartung, da kein Ölwechsel nötig ist und keine teuren Ersatzteile mehr wie Steuerkette, Kupplung oder Auspuff, die kaputt gehen können. Auch die reinen Energiekosten halbieren sich bzw. teilweise fahren die Kreisräte sogar „kostenlos“, da beide die Möglichkeit haben, ihre Fahrzeuge nun an der „eigenen Tankstelle“ mit Sonnenstrom vom Dach nachzuladen. In den übrigen Zeiten wird mit zertifiziertem Naturstrom „getankt“. Dadurch sparen sie viele Liter fossilen Brennstoffs, die sonst tausende von Kilometern unterwegs waren und aufwändig aufbereitet werden mussten, und so bleibt die Wertschöpfung vor Ort im Landkreis und man spart sich künftig noch die vielen Fahrten zur Tankstelle. Also eine Win-Win-Situation, da wirtschaftlich und nachhaltig."

Elektronauten lernen anders zu denken, denn während Verbrennungsfahrzeuge meist leergefahren werden, um dann an der Tankstelle wieder vollgefüllt zu werden, lädt ein Elektroauto möglichst wo immer es gerade steht und ist so stets einsatzbereit. Deshalb setzen sie sich privat als auch in ihrer politischen Funktion für einen zügigen Ausbau der Ladeinfrastruktur im Landkreis Donau-Ries ein, damit auch das Nachladen der Autos an der Arbeitsstelle oder beim Einkaufen einfach möglich ist. Jeder, der ein Elektroauto fährt, setzt ein Signal für den Klimaschutz und eine erfolgreiche Energiewende, denn der persönliche CO2-Fußabdruck verringert sich, je nach Stromart und Fahrzeug um ein bis zwei Tonnen je 10.000 Fahrtkilometer erheblich und man geht damit einen wichtigen Schritt in eine lebenswerte Zukunft.

 

Text & Bilder: Matthias Schwarz